{"id":4156,"date":"2014-03-20T18:05:52","date_gmt":"2014-03-20T16:05:52","guid":{"rendered":"https:\/\/newarmorofgod.wpenginepowered.com\/freiheit\/"},"modified":"2024-01-27T13:12:57","modified_gmt":"2024-01-27T11:12:57","slug":"freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.putonthewholearmorofgod.love\/de\/freiheit\/","title":{"rendered":"Freiheit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzten Monat konnten wir die Entstehung eines Stars beobachten, als Sara Mari\u00e9 Forsberg am 3.3.2014 ihr Video &#8222;What Languages Sound Like To Foreigners&#8220; auf Youtube geladen hat. In zwei Wochen wurde das Video \u00fcber neun Millionen Mal angeklickt.<br><br>Jeder, der schon \u00fcber Jahre (oder Jahrzehnte) versucht hat, die Aussprache einer Fremdsprache zu verbessern, versteht nach dem Sehen dieses Videos, welche Begabung Sara Mari\u00e9 hat. Ich las dennoch einen \u00e4rgerlichen Kommentar, dass Youtube bald nur noch ein einziges Affentheater mit \u00e4hnlichen Videos werden w\u00fcrde. Gelobt sei der Sch\u00f6pfer, wenn das wirklich passiert. So unglaublich auch dieses Talent von Sara Mari\u00e9 erscheinen mag, es schlummert in uns allen. Jeder hat die Freiheit, die Kr\u00e4fte zu aktivieren, die seinem Talent eine Ausdrucksform geben.<br><br>In meinem Text &#8222;Wir haben alle unsere Funktion&#8220; schrieb ich, dass obwohl unser Bewusstsein Fremdsprachen nicht versteht, erkennt unser Unterbewusstsein jedoch alles. Wenn wir die Kan\u00e4le f\u00fcr unser Unterbewusstsein \u00f6ffnen, beginnt es in unserer Umgebung Dinge zu suchen, die unser bewusstes Verst\u00e4ndnis vertiefen und verbreitern. Unser Unterbewusstsein, unser inneres Sein steht in direkter Verbindung mit dem Bewusstsein des Universums, das unser kollektives Bewusstsein, unser Hauptspeicher ist. Die Essenz unserer Freiheit liegt in unserer st\u00f6rungsfreien Verbindung zum Hauptspeicher, und wie aufrichtig wir uns selbst verwirklichen. Wenn Verbindungen richtig funktionieren, k\u00f6nnen wir alles was wir wollen, vom Hauptspeicher zu unserem Empf\u00e4nger, dem Gehirn laden.<br><br>Sara Mari\u00e9 kann nicht wirklich diese Sprachen sprechen, dessen Aussprache sie imitiert. Sie kann jedoch mit ihrer emotionalen Intelligenz ihre Begabung auf eine ganz neue Ebene heben, indem sie alle Dimensionen der Sprachen \u00fcbernimmt und in diesen Sprachen kommuniziert. Ich denke dabei nicht an den Spracherwerb im herk\u00f6mmlichen Sinn, aber dass das Erlernen und Beherrschen von Sprachen genauso nat\u00fcrlich geschehen kann, wie das Imitieren von Sprachen. Ich glaube, dass dies m\u00f6glich ist. \u00dcber das Funktionieren der emotionalen Intelligenz schreibe ich mehr in meinem n\u00e4chsten Text.<br><br>Wenn man \u00fcber die Freiheit spricht, denke ich an eine Freundin, die in ihrer Bescheidenheit die Freiheit f\u00fcr mich repr\u00e4sentiert, die ich selbst auch unendlich genie\u00dfen w\u00fcrde, wenn ich ganz gesund w\u00e4re und mich frei bewegen k\u00f6nnte.<br><br>Ich traf diese Freundin, nennen wir sie Taru, als ich in Deutschland \u00dcbersetzungwissenschaft studierte. Sie erschien mir anfangs sehr unsicher und sch\u00fcchtern. Als Taru begann, \u00fcber sich zu erz\u00e4hlen, bemerkte ich, wie falsch doch der erste Eindruck sein kann.<br><br>Taru war seit einem Jahr mit einem Nigerianer verheiratet. Anfangs lebten sie in Finnland, aber da ihr Mann in Deutschland besser zurecht kam, zogen sie nach Deutschland, wo sie sich auch kennen gelernt hatten.<br><br>Taru wuchs w\u00e4hrend ihrer Teenagerzeit mit der nah\u00f6stlichen Kultur auf und sie wollte Deutsch und Arabisch f\u00fcr \u00dcbersetzer studieren.<br><br>W\u00e4hrend wir am Rheinufer entlang spazierten, erz\u00e4hlte mir Taru, dass sie ihr Abitur in der Abendschule gemacht hatte, und dass sie tags\u00fcber in einem Kindergarten gearbeitet hatte.<br><br>An diese M\u00f6glichkeit hatte ich gar nicht gedacht, obwohl die Arbeit seit meinem 13. Lebensjahr f\u00fcr mich wichtiger war, als die eigentlichen Schulbesuche.<br><br>Nach dem Abitur nahm sie sich ein Jahr Auszeit und ging nach Israel in ein Kibbutz.<br><br>Ich hatte w\u00e4hrend meiner gesamten Schulzeit mit der Illusion gelebt, dass jemand schon beschlossen hatte, was ich tun sollte.<br><br>Leider war Tarus Ehe genauso schnell beendet, wie sie begonnen hatte. Das Ehepaar hatte sich kaum in Deutschland niedergelassen, als der Mann in ihr gemeinsames Heim seine nigerianische Frau brachte.<br><br>Taru war niedergeschlagen und am Boden zerst\u00f6rt. Sie sch\u00e4mte sich, dass ihre Verwandten jetzt selbstgef\u00e4llig bezeugen konnten:<br><br>&#8222;Wir haben dich doch gewarnt, denn wir wussten, dass es so kommen w\u00fcrde.&#8220;<br><br>Es ist jedoch keine Schande, Menschen zu vertrauen. Es ist eine Schande, das Vertrauen der Menschen auszunutzen.<br><br>Nach Erreichen von Grundkenntnissen der arabischen Sprache absolvierte Taru vertiefende Sprachkurse auf Universit\u00e4ten in Jordanien und Syrien.<br><br>Nach der Scheidung zog sie zur\u00fcck nach Finnland. Sie begann Informatik zu studieren und machte Arabisch im Nebenfach weiter.<br><br>Im Sommer arbeitete sie in den Schweizer Alpen als Kuhhirtin. W\u00e4hrend des Studiums lehrte sie anderen Studenten das Programmieren. Sie nahm sich ein Jahr Auszeit und widmete sich dem Arabischstudium in Berlin.<br><br>An ihrer Heimatuniversit\u00e4t bekam Taru eine Forschungsstelle als Computerlinguistin. Sp\u00e4ter bekam sie eine Stelle in einem Projekt, das mit computergest\u00fctzter \u00dcbersetzung zu tun hatte.<br><br>Taru begann auch mit einem Doktorat, aber als sie das Gef\u00fchl hatte, als ob ihr die Decke auf den Kopf fallen w\u00fcrde, nahm sie eine Arbeitsstelle in einer G\u00e4rtnerei in Holland an.<br><br>Ich selbst war zu dieser Zeit im Begriff f\u00fcr ein Jahr nach China zu gehen. Sie plante f\u00fcr ein Jahr nach Australien zu gehen und wir vereinbarten, dass wir uns auf ihrem Hinflug nach Australien in China treffen w\u00fcrden.<br><br>Wir trafen uns an einem sonnigen Tag in Hangzhou. Sie kam per Zug aus Guangzhou. In der folgenden Woche fuhren wir kreuz und quer durch die Strassen von Hangzhou, Taru per Fahrrad und ich im elektrischen Rollstuhl. Tags\u00fcber besuchte Taru die lokalen Sehensw\u00fcrdigkeiten, w\u00e4hrend ich mein eigenes Tagesprogramm hatte.<br><br>Als die Woche zu Ende ging, wurde Taru ihre Kamera gestohlen. Der Verlust war f\u00fcr sie \u00e4rgerlich, nicht so sehr der wirtschaftliche Verlust, aber Taru hatte sehr viel Zeit f\u00fcr das Fotografieren aufgewendet, um die bestm\u00f6gliche Komposition zu erreichen. Jetzt als sie ihre Kamera am meisten brauchen w\u00fcrde, war sie verschwunden, wie die Asche im Wind und sie musste von Null anfangen.<br><br>Nach dem ersten Schock erkl\u00e4rte Taru, dass sie f\u00fcr die Versicherung diesen Diebstahl der Polizei melden musste. Ich zeigte ihr auf einem Stadtplan, wo die n\u00e4chste Polizeistation sich befand und sie machte sich ohne Umwege auf, sie zu suchen.<br><br>Auf der Polizeistation sprach niemand Englisch, aber genau in dem Augenblick, als sie im Begriff war, die Station zu verlassen, kam ein Polizist, der vor Kurzem aus Australien zur\u00fcckgekehrt war, und besser Englisch als sie selbst sprach.<br><br>Taru kaufte sich nur ein One-Way Ticket nach Australien. Das R\u00fcckflugticket wollte sie erst durch diverse Erwerbst\u00e4tigkeiten im Land finanzieren. Sie nahm verschiedene Arbeiten auf Farmen, in Motels und im Kundendienst einer Webseite an und lernte so Land und Leute kennen. Taru erz\u00e4hlte mir, dass sie sich nach Lust und Laune f\u00fcr diverse Arbeitsstellen beworben hat, und immer eine Zusage bekommen hat. Zwischendurch reiste sie auch nach Neuseeland, um zu wandern.<br><br>Nach einem Jahr in Australien machte Taru eine kurze Tour durch S\u00fcdost-Asien und reiste danach in den Nahen Osten zu ihren ehemaligen Studienorten. Ich bekam von ihr eine Karte aus Jemen.<br><br>Nach einer Runde durch den Nahen Osten flog sie \u00fcber \u00c4gypten nach Paris und von dort in ihre Heimat in Finnland. Sie schloss ihre Reise mit einer 200km langen Wanderung mit ihrer Schwester durch das finnische und norwegische Lappland. Danach f\u00fchlte sie sich best\u00e4rkt und voll Energie, um neue Herausforderungen anzunehmen.<br><br><strong style=\"font-size: 20px; color: #104f0c;\">Siehe auch:<\/strong><br><br><a title=\"Wir haben alle unsere Funktion\" href=\"https:\/\/newarmorofgod.wpenginepowered.com\/de\/von-der-raupe-zum-schmetterling\/wir-haben-alle-unsere-funktion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wir haben alle unsere Funktion<\/a><br><br><a title=\"Der neue Mensch: Homo Noeticus\" href=\"https:\/\/newarmorofgod.wpenginepowered.com\/de\/von-der-raupe-zum-schmetterling\/der-neue-mensch-homo-noeticus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der neue Mensch: Homo Noeticus<\/a><br><br><a title=\"Von der Bildung zur emotionalen Intelligenz\" href=\"https:\/\/newarmorofgod.wpenginepowered.com\/de\/flugel-der-gedanken\/von-der-bildung-zur-emotionalen-intelligenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Von der Bildung zur emotionalen Intelligenz<\/a><br><br><strong style=\"font-size: 20px; color: #104f0c;\">Youtube Video:<\/strong><br><br><a title=\"Smoukahontas: What Languages Sound Like To Foreigners\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ybcvlxivscw&amp;list=PLpcQVY67r3kWo6NX3QkNNHm13WWmWGvis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sara-Mari\u00e9 (Smoukahontas): What Languages Sound Like To Foreigners<\/a><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzten Monat konnten wir die Entstehung eines Stars beobachten, als Sara Mari\u00e9 Forsberg am 3.3.2014 ihr Video &#8222;What Languages Sound Like To Foreigners&#8220; auf Youtube geladen hat. 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